Februar 01, 2019 3 translation missing: de.blogs.article.read_time

Der Mann, der im 13. Jahrhundert als Kreuzritter gen Osten zog und schließlich eine persische Rebsorte nach Frankreich in das Rhône-Tal brachte, die dort später Syrah heißen würde, weil sie aus der Stadt Shiraz stammt, in der schon seit Jahrhunderten Wein angebaut wurde, der Mann heißt: Jaboulet Ainées Chevalier de Stérimberg.

Schöne Geschichte. So wird sie immer wieder erzählt, ist aber leider Quatsch.

Unsere Shiraz- bzw. Syrah-Empfehlung:

Peter Lehmann Barossa Valley Shiraz 2013 Trocken, (1 x 0.75 l)

Amazon´s Choice

La Baume Saint Paul Syrah trocken (6 x 0.75 l)

Preis-/Leistungs-Sieger

Syrah oder Shiraz?

Wie Wissenschaftler der Universität von Kalifornien in Davis und der Forschungsanstalt Montpellier unlängst dokumentieren konnten, stammt die französische Syrah-Traube gar nicht aus dem heutigen Iran.

Vielmehr handelt es sich dabei um eine wilde Kreuzung aus den Rebsorten Mondeuse Blanche (Weiß) und Dureza (Rot), höchstwahrscheinlich sogar um einen Urenkel des Pinot Noir. Auch fanden die Forscher heraus, dass Syrah und beispielsweise der australische oder südafrikanische Shiraz genetisch völlig gleich sind.

Der Unterschied zwischen Syrah und Shiraz besteht also im Wesentlichen nur im Namen und in der regional anderen Art Wein daraus zu machen.

Gleiche Eltern, unterschiedliche Charaktere

Doch so gleich die an sich wenig ertragreichen Trauben auch sind – so unterschiedlich schmecken die Weine, die daraus hervorgehen. Obwohl es ein Franzose war, der den Syrah nach Australien brachte, haben beide Rotweine heute völlig andere Eigenschaften und Persönlichkeiten – wenn man das bei einem Wein so sagen darf:

  • Der australische Shiraz etwa ist in der Regel ein dunkler, fruchtbetonter und schwerer Rotwein mit Aromen von Schokolade, Kirsche, Pflaume, Kokos. Der Alkoholgehalt liegt eher hoch, bei 14 oder 14,5%. Unsere Empfehlung: The Bushman Shiraz, trocken, 6 Flaschen, ca. 30€
  • Der französische Syrah hingegen hat weniger Holz, ist schlanker, aber auch erdiger mit Aromen von Gewürzen, Oliven, Nelken, Leder. Er ist kerniger und weniger weich, hat dafür aber auch weniger Alkohol: meist so um die 13%. Unsere Empfehlung: Terroir Syrah IGP von La Grange, 1 Flasche, ca. 6,50€

Letztlich bleibt es eine Geschmacksfrage, welchen Wein man lieber mag. Aber faszinierend ist es doch immer wieder, wie eine einzige Rebsorte so viele großartige Weine entstehen lässt.

Achso, vielleicht das noch…

Die Synonyme des Shiraz

Aufgrund der weiten Verbreitung ist Syrah oder Shiraz auch unter zahlreichen anderen Namen bekannt. Dazu gehören zum Beispiel: Antournerein, Antournerein noir, Anzher Muskatnyi, Biaune, Blauer Syrah, Bragiola, Candive, Candive noir, Costigliola, Costiola, Damas noir du Puy de Dôme, Damaszener blau, Di Santi, Entourneirein, Entournerein, Entournerin, Ermitage, Fresa grossa, Hignin noir, Marsanne noir, Marzane noir, Neiret di Saluzzo, Neiretta Cunese, Neiretta del Cuneese-Fassanese, Neiretta del Monregalese, Neiretta del rosso, Neiretta dell’Albese, Neiretta di Saluzzo, Neiretto del Cunese, Neiretto di Bene, Neiretto di Carrú, Neiretto di Costigliole, Neiretto di Farigliano, Neiretto di Saluzzo, Nereta piccola di Monregalese, Neretta Cuneese, Neretta del Cuneese-Fassanese, Neretta del Monregalese, Neretta di Costigliole, Neretta di Saluzzo, Neretta piccola, Neretta piccola di Dogliani, Neretto del Beinale, Neretto di Dogliani, Neretto di Saluzzo, Petite Sirrah, Petite Syrah, Petite Syras, Plan de la Biaune, Plant de Biaune, Plant de la Bianne, Plant de la Biaune, Schiras, Schiraz, Seraene, Sereine, Serene, Serenne, Serine, Serine noir, Serinne, Sevene, Shiras, Shiraz, Shyrac, Sirac, Sirah, Sirah marsanne noir, Syra, Syrac, Syrac de l’Ermitage und Zizak.

Quelle: Wikipedia.