Februar 01, 2019 3 translation missing: de.blogs.article.read_time

Schon historisch war Wein eher ein Luxusgut. Sie kennen sicher die Redensarten: Wein auf Bier – das rat ich dir; Bier auf Wein – das lass sein! Mit möglichen Verdauungsproblemen hat dies jedoch wenig zu tun. Tatsächlich stammen die Sprichwörter aus einer Zeit, in der sich arme Menschen allenfalls Bier leisten konnten. Wein dagegen war den Reichen vorbehalten. "Wein auf Bier" beschrieb daher den sozialen Aufstieg – ein guter Rat. Die Gegenrichtung (Bier auf Wein) hingegen beschrieb den Statusverlust.

Hat guter Wein seinen Preis?

Auch heute noch gibt es ein Äquivalent: den Preis. Oft werden Weinpreise als Qualitätssignal gelesen – je teurer der Wein, desto besser muss er sein. Preise rechtfertigen sich dann durch sich selbst, eine Art selbsterfüllende Prophezeiung. Aber totaler Quatsch! Als Statusprodukt bringt der Kauf eines teuren Weines vielleicht noch einen Mehrwert an Ansehen mit sich: Man lässt sich den Genuss etwas kosten. Mit Geschmack hat das allerdings weniger zu tun.

Trotzdem gibt es manche Flasche, die so viel kostet wie andernorts der komplette Weinkeller. Erst kürzlich erschien wieder so eine Liste mit den 50 teuersten Weinen der Welt

Die teuersten Weine der Welt

Die Rangliste basiert auf einer aktuellen Auswertung von Wine-Searcher, die dazu diverse internationale Preislisten für mehr als 40.000 Weine und für jeweils eine Standard-750ml-Flasche ausgewertet haben. In der folgenden Tabelle, die die Top 15 Weine zeigt, stellt daher der erste Preis das gefundene Minimum, der zweite den maximal verlangten Preis dar, von dem man allerdings ausgehen kann, dass den irgendwer auch tatsächlich bezahlt.

Auffällig dabei: 14 von 15 Weinen stammen aus Frankreich, die Mehrheit aus der Region Burgund. Nur ein deutscher Wein von der Mosel hat es in das Ranking geschafft – auf Platz 14: die Riesling-Trockenbeerenauslese von Egon Mueller-Scharzhof.

Alle Preise sind übrigens nicht in Euro, sondern in US-Dollar

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1
Domaines Barons de Rothschild Chateau Lafite Rothschild
Pauillac, Frankreich
1.213
139.011
2
Domaine de la Romanee-Conti Romanee-Conti Grand Cru
Cote de Nuits, Frankreich
12.706
54.386
3
Domaine Leroy Musigny Grand Cru
Cote de Nuits, Frankreich
4.479
33.068
4
Domaine Leroy Chambertin Grand Cru
Cote de Nuits, Frankreich
2.831
33.068
5
Domaine Leroy Mazis-Chambertin Grand Cru
Cote de Nuits, Frankreich
2.474
31.415
6
Petrus
Pomerol, Frankreich
3.006
30.172
7
Domaine Leroy Echezeaux Grand Cru
Cote de Nuits, Frankreich
1.490
29.761
8
Domaine de la Romanee-Conti La Tache Grand Cru Monopole
Cote de Nuits, Frankreich
2.795
28.604
9
Henri Jayer Richebourg Grand Cru
Cote de Nuits, Frankreich
16.483
26.236
10
Henri Jayer Cros Parantoux, Premier Cru
Vosne-Romanee, Frankreich
6.507
19.362
11
Domaine Georges & Christophe Roumier Musigny Grand Cru
Cote de Nuits, Frankreich
4.649
15.847
12
Le Pin
Pomerol, Frankreich
2.604
15.257
13
Domaine de la Romanee-Conti Romanee-Saint-Vivant Grand Cru
Cote de Nuits, Frankreich
1.291
15.152
14
Egon Mueller-Scharzhof Scharzhofberger Riesling Trockenbeerenauslese
Mosel, Deutschland
6.878
13.932
15
Domaine de la Romanee-Conti Montrachet Grand Cru
Cote de Beaune, Frankreich
4.685
13.694

Apropos teure Weine…

Wir hätten da noch ein paar wissenswerte Fakten über Wein:

  • Wein stammt vermutlich aus Persien: Rund 2500 vor Christus lebte in Schiraz König Dschamschid, der Trauben in seinem Keller lagerte. Zum Glück vergoren diese – und als die Königin davon trank, hatte sie keine Kopfschmerzen mehr. Voilà, der Wein war erfunden.
  • Auch heute ist belegt: Ein Glas Wein am Tag ist gesund. Studien belegen: Wer regelmäßig und in Maßen Rotwein trinkt, lebt im Schnitt zweieinhalb Jahre länger als Abstinenzler.
  • Weltweit am meisten Wein wird in Italien erzeugt, danach folgen Frankreich auf Platz zwei und Spanien auf Platz drei. Deutschland kommt erst an achter Stelle – hinter den USA, Argentinien, Australien und China.
  • Weltweit gibt es schätzungsweise mehr als 10.000 Rebsorten, selbst die Römer kannten seinerzeit schon 130 verschiedene Traubenarten.
  • Essig, der etwa durch Fermentation eines Weins mit zu hoher Säure entsteht, taugt nicht nur als Salatdressings. Wegen seiner keimtötenden Wirkung, war Essig auch schon immer ein perfekte Desinfektionsmittel.