Ein "Original" Sangria Rezept also. Wenn man so durchs Internet streift, findet man eine Menge Originale, Hunderte, ach was, Tausende! Alle Original – und komisch: alle anders.

Sagen wir es, wie es ist: Es gibt vermutlich so viele verschiedene Sorten Sangria, wie es Familien in Spanien gibt. Und alle beanspruchen für sich natürlich ein spanisches Original Rezept zu sein. Das ist zumindest originell.

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"Original Sangria Rezept"? Das sagt doch jeder…

Was womöglich weniger bekannt ist: Sangría (zu deutsch: "Aderlass") ist eine in Spanien und Portugal gesetzlich geschützte Bezeichnung für ein aromatisiertes Wein-Mischgetränk.

Wir würden dazu klassisch wohl eher Bowle sagen, die Engländer Punch.

Die Hauptbestandteile sind fast immer…

  • Rotwein
  • Zitrusfrüchte (in Stücken)
  • Fruchtsaft
  • Weinbrand

Das Entscheidende aber ist: Sangria wird immer kalt getrunken und kann – je nach Rezeptur – enorm erfrischend sein. Vor allem an einem lauen Sommerabend im Freien.

Welche Weine eignen sich zur Sangria Zubereitung?

Generell ist jeder Rotwein (teils auch Weißwein) für die Zubereitung einer Sangria geeignet. Soll es die klassische rote Variante sein, dann ist natürlich ein Rotwein die erste Wahl. Der sollte allerdings möglichst nicht oder aber noch nicht lange im Barrique gereift sein.

Bei langer Lagerung im Holzfass entwickelt der Wein die sogenannte Toastwürze sowie dominantere Tannine – eben eine holzige Note. Die ist in der fruchtigen Sangria aber unerwünscht. Deshalb schmeckt ein stark gereifter Wein in der Sangria nur selten gut.

Zudem sollte der Wein keinen zu hohen Alkoholgehalt aufzuweisen. Mehr als 12 % Vol (max. 13% Vol.) machen die Sangria zu schwer und wuchtig. Viele Weine mit einem Alkoholgehalt von über 13 Volumenprozent sind obendrein oft aus kräftigen und tanninhaltigen Rebsorten, die für eine Sangria ebenfalls zu würzig wären.

Nicht zu vergessen gibt es einige Sangria Rezepte, bei denen die spanische Bowle mit einem Schuss Rum oder Likör abgeschmeckt wird. Auch das steigert den Alkoholgehalt nochmal deutlich. Sparen Sie daher am besten damit schon am Wein.

Clarea: Weiße Sangria

Die Sangria Blanca, auch Clarea genannt, ist eine Besonderheit: Sie basiert auf Weißwein oder Schaumwein (Winzersekt oder Secco), ist also weiß.

Entsprechend finden sich dort auch eher helle Fruchtstücke in der Glaskaraffe: Weiße Pfirsiche, Honigmelone, Limetten. Sehr lecker! Die zusätzlich mit Weinbrand versetzte Version wird indes Zurra genannt.

Eine Weinempfehlungen aus unserem Sortiment für die Clarea ist z.B. ein fruchtig-feinherber Chardonnay aus dem Mittelrhein-Weingut Winkens oder ein leckerer Winzersekt, bspw. ein Riesling Sekt vom Weingut Riske oder Secco aus dem Weingut Kriechel.

Perfekt für die weiße Sangria (Clarea):

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Keine Geschmacksfrage: Sangria Bowle statt Sangria Eimer?

Auch wenn die Sangria aufgrund früherer Regeln am mallorquinischen Ballermann zum Kultgetränk avancierte und jeder sofort das Bild vom kross gebräunten Teutonen assoziiert, der seine Spanienbowle mit langen Strohhalmen aus dem Eimer schlürft – für Spanier ist das ein absolutes No-Go. Das Trinken aus Eimern gilt als fiese Unart von Touristen.

Einzig richtig: Das spanische Kultgetränk wird im Original nie aus dem Eimer getrunken, sondern entweder in großen Cocktailgläsern für jeden Gast einzeln zubereitet oder aber in einer Bowle beziehungsweise in einem Cooler auf Eis gemischt und von dort in Gläser abgefüllt.

Kenner des Kultgetränks essen die Früchte, die darin schwimmen, übrigens nicht mit. Der Hintergrund liegt darin, dass die Früchte ihren Geschmack bereits an die Sangria abgegeben haben und sie nunmehr kaum noch schmackhaft sind.

Sangria kaufen: Nur gepanschter Wein?

Natürlich kann man das Kultgetränk heute längst als fertige Sangria kaufen, teils in Dosen, teils in Flaschen. Oftmals handelt es sich dabei aber um minderwertige Zutaten – angefangen beim Wein bis hin zu den Fruchtsäften. Einzig Original ist daran der hohe Zuckergehalt, um die Mischung süffiger zu machen.

Gewiss, Sie können die Fertig-Sangria aus dem Supermarkt auch als Basis nutzen und mit frischen Früchten, Likören oder Rum verfeinern. Die Qualität der gekauften Sangria wird aber nie an die der selbst gemachten heranreichen.

Inbesondere Weinliebhaber dürften den größeren Spaß daran haben, der Sangria einen passenden Lieblingswein beizumischen, der auch sonst ihren Qualitätsansprüchen entspricht – auch wenn es sich dann letztlich immer noch um einen gepanschten Wein handelt.

Deshalb, daher und darum: Für alle, die sich diese Weinbowle selber machen wollen – hier kommt die das Originalrezept…

Sangria selber machen: Das Originalrezept

Unser Rezept ist zwar eine klassische rote Sangria – aber natürlich auch ein spanisches Original. Echt jetzt. Jedenfalls haben uns das die spanischen Freunde erzählt, denen wir das Rezept aus den Rippen geleiert haben…

Und so geht’s:

Zutaten (für 4 Personen)

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Sangria Zubereitung

Rotwein, Cointreau und Gin in eine Karaffe füllen. Die drei Orangen auspressen, den frischgepressten Saft durch ein Sieb gießen und danach ebenfalls in die Karaffe geben. Das Obst waschen, die Limette in Scheiben schneiden, den Pfirsich achteln, die Orange halbieren und in dünne Scheiben schneiden.

Alles wird mitsamt den Zimtstangen zum Alkohol gegeben. Damit es ein wenig süßer wird – muss aber nicht unbedingt sein – werden noch zwei Esslöffel Zucker untergerührt. Zum Schluss kommen die Eiswürfel dazu. Rund 30 Minuten abkühlen lassen, servieren, fertig.

Damit an einem heißen Tag die Sangria auch wirklich erfrischend schmeckt, dürfen es ruhig viele Eiswürfel sein. Und auch wenn Sie uns das mit dem Original nicht glauben: So eine leckere, gehaltvolle Sangria gibt’s wahrscheinlich trotzdem nirgendwo am Strand – die gibt es nur selbstgemacht zu Hause. Cheers!

Sangria Alkoholgehalt

Natürlich ist der Alkoholgehalt der Sangria stark von der verwendeten Rezeptur abhängig. Wird ein Wein mit 12 Volumenprozent Alkohol verwendet und hälftig mit Fruchtsäften gemischt, hat der Liter Sangria nur noch einen Alkoholgehalt von 6 Prozent. Weil aber viele Sangria Rezepte mit Likör, Weinbrand oder Rum aufgespritet werden, steigt natürlich auch wieder der Alkoholgehalt. Als Faustregel lässt sich aber merken, dass eine Sangria mit rund 50 Prozent Fruchtsaftanteil im Schnitt einen Alkoholgehalt von 10 bis 13 Volumenprozent aufweist.

 

(Bildnachweis: Brent Hofacker by 123RF.com)