Februar 01, 2019

Was lange gärt, wird endlich Wein. Davor heißt es schlicht: Federweißer. Gerade jetzt in der Zeit zwischen September und Oktober gibt es den neuen Wein, wie er auch genannt wird, wieder im Supermarkt und Fachhandel. Ein typisches Herbstgetränk, das zugleich das Ende des Sommers besiegelt.

Federweißer: Nicht durchgegorener Traubenmost

Beim Federweißer handelt es sich um noch nicht ganz durchgegorenen Traubenmost, der Kohlensäure enthält und oft noch recht süß schmeckt, weil der Zuckers im Most noch nicht vollständig in Alkohol umgewandelt wurde. Federweißer in Deutschland wird in der Regel aus den Rebsorten…

 

  • Bacchus
  • Siegerrebe
  • Ortega

 

…gewonnen. Sie gelten als frühreif. Zudem enthält der Federweißer noch viele Vitamine und Mineralstoffe. Aber eben auch noch viel Traubenzucker. Sein Alkoholgehalt liegt meist zwischen vier und fünf Volumenprozent. Also aufpassen mit den Kalorien!

Warum heißt der Federweißer so?

Seinen Namen verdankt der Jungwein übrigens den Hefeteilchen, die "wie weiße Federchen" in der Flasche (und später natürlich auch im Glas) schweben und den Federweißen so milchig trüb machen. Der neue Wein hat allerdings noch weitere Namen. Im bestimmten Regionen wird er auch Sturm, Bitzler, Rauscher oder gar Sauser genannt.

Weil der Jungwein noch gärt, wird er nie verkorkt oder in geschlossenen Flaschen verkauft. Die haben nur eine Kappe, damit die Gärgase – vorwiegend Kohlendioxid entweichen können. Daher darf er auch nie liegend transportiert oder gelagert werden – er würde auslaufen.

Aus dem selben Grund schmeckt Federweißer aber auch nie gleich. Je nachdem in welchem Stadium Sie ihn gerade genießen, schmeckt er anfangs noch eher süß und im Verlauf dann immer herber und mehr nach Wein. Dabei steigt natürlich auch der Alkoholgehalt – auf bis zu elf Prozent. Am besten ist er, wenn sich Süße und Säure gerade eben die Waage halten.

Und weil der angegorene Most aber eben nur ein Übergangsprodukt ist, gibt es ihn auch nur wenige Wochen im Jahr im Handel.

Federweißer und Zwiebelkuchen

Für nicht wenige Weintrinker ist Federweißer ein Unsaft – zu süß, zu simpel, zu platt, keine Finesse. Ein Unwein. Aber zu unrecht. Nicht nur weil es eine schöne Tradition ist, damit den Herbst einzuleiten und sich zugleich daran zu erinnern, wie Wein eigentlich entsteht. So ein Federweißer-Abend kann auch richtig lecker sein.

Weil Federweißer in der Regel recht süß ist (Achtung: Kopfschmerzgefahr am Morgen danach!), passt er perfekt zu eher defitigen Speisen. Als ideal gilt die Marriage aus Federweißer und Zwiebelkuchen. Der ist recht einfach zu machen – wie Flammkuchen. Mit Zwiebeln und Speck – ein herrzlich herzafter Begleiter zum süßen federweißen Most.

Zwiebelkuchen Rezept: Vitamin C Bombe im Herbst

Warum essen wir eigentliche Zwiebelkuchen im Herbst? Die Zwiebel ist ja nicht gerade überall beliebt, insbesondere wegen ihres herben Geruchs.

Macht man sich aber bewusst, dass sie die Zitrone in Sachen Vitamin C Gehalt weit übertrifft (die Zwiebel hat elf Mal so viel Vitamin C wie eine Zitrone), wird sie einem schnell wieder sympathisch. Gerade im Herbst! Von August bis Oktober wird die deutsche Steckzwiebel geerntet, und so kommt sie ganz frisch in unseren Zwiebelkuchen und wappnet uns für den Winter und gegen die damit einhergehenden Erkältungswellen.

Deshalb, daher und darum: Falls Sie jetzt auch Lust auf eine kleine Vitamin C-Bombe haben – wir hätten da ein gutes Zwiebelkuchenrezept. Es ist ganz einfach und gelingt garantiert:

Zutaten

  • 1,7 kg große Gemüsezwiebeln
  • 150 ml Weißwein
  • 150 ml Wasser
  • 1 EL Kümmel
  • 1 EL Zucker
  • 1 TL Salz
  • 1/2 TL weißer Pfeffer
  • 200g durchwachsener Bauchspeck
  • 200g Schmand
  • 4 Eier
  • 1 Bund Schnittlauch
  • 1/2 TL gemahlene Muskatnuss
  • 200g geriebener Greyerzer Käse
  • 1 Packung Mondamin Fixteig für Pizza (Blech)

Zubereitung

Zunächst werden die Gemüsezwiebeln in feine Ringe geschnitten und dann mit Wein, Wasser, Salz, Pfeffer, Zucker und Kümmel bei mittlerer Hitze 30 Minuten lang weichgekocht. Zwischendurch sollten die Zwiebeln ab und zu umgerührt werden.

Parallel wird der durchwachsene Bauchspeck in kleine Würfel geschnitten und in einer Pfanne ohne Fett knusprig gebraten.

Währenddessen wird der Fixteig nach Packungsanleitung zubereitet. Mit einem Handtuch zugedeckt kann er noch einige Zeit gehen, während die restlichen Zutaten zubereitet werden.

Danach werden die Eier und der Schmand in einer Schüssel cremig gerührt, der Schnittlauch gewaschen und in feine Röllchen geschnitten und mit dem Muskatnusspulver unter die Eimasse gerührt.

Sind die Zwiebeln fertig gekocht, wird das Wasser abgegossen und die Zwiebeln sollten ein wenig abkühlen. Währenddessen kann der Hefeteig auf dem Backblech, das mit Backpapier ausgelegt ist, ausgerollt werden.

Wenn die Zwiebeln abgekühlt sind, wird die Eimasse sowie der gebratene Speck unter die Zwiebeln gerührt. Hier kann noch einmal etwas mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt werden. Dann werden die Zwiebeln gleichmäßig auf dem Teig verteilt. Als letztes wird der geriebene Käse über die Zwiebeln gestreut.

Der Zwiebelkuchen muss nun bei 200 Grad rund 30 Minuten im Ofen backen und sollte dann am besten heiß serviert werden. Nach eigenem Geschmack sollte noch am Tisch gepfeffert oder gesalzen werden.

Guten Appetit!

Ein Riesling oder Weißburgunder passt auch...

Wer keinen Federweißer mag, dem empfehlen wir einen fruchtigen Riesling oder oder aromatischen Weißburgunder aus unserer Rhein-Ahr-Region.