März 29, 2018

Warum der Wein für uns in Zukunft teurer werden wird...

Das Deutsche Wein Institut (DWI) ermittelte regelmäßig den Pro-Kopf-Konsum auf Basis der Wein-Konsum-Bilanz, die vom Deutschen Weinbauverband erstellt wird.

Pro Kopf lag der Konsum in den letzten Jahren in Deutschland immer konstant zwischen 20 und 21 Liter. Im internationalen Vergleich sind die Deutschen jedoch keineswegs Vieltrinker. Unangefochten auf Platz eins liegt der Vatikan (74 Liter/ Kopf), gefolgt von Luxemburg (56 Liter/ Kopf), Frankreich (46 Liter/ Kopf), Italien und Portugal (beide 42 Liter/ Kopf).

Die Deutschen setzen vor allem auf einheimische Weine. Etwa 45% aller bei uns gekauften Weinprodukte stammen aus Deutschen Anbaugebieten. Auch dieser Wert ist seit einiger Zeit stabil. Unverändert beliebt sind auch Weine aus Italien mit einem Marktanteil von 16%, Frankreich mit 12% und Spanien mit 8% Marktanteil.

Was hat diese Statistik mit dem Preis pro Flasche zu tun? Sie verrät uns, dass der Weinmarkt in Konsum und Verteilung in den letzten Jahren unverändert ist. Dennoch steigen die Preise für Weine in den letzten Jahren immer wieder an. Die Gründe dafür sind also an anderen Schlüsselstellen zu suchen. 

  

Ungebrochener Qualitätsanspruch bei der Herstellung

Besonders im letzten Jahr gab es durch den späten Frost im Frühjahr teils erhebliche Schäden an den Reben, die zu späteren Ertragseinbußen nach der Lese geführt haben. Der Leseaufwand bei reduzierten Erntemengen ist aufgrund des höheren Selektionsbedarfs zudem meist höher. Hinzu kommen steigende Kosten, z.B. durch den Mindestlohn, der an die Erntehelfer in Deutschland gezahlt werden muss.

Auch der Klimawandel leistet seinen Beitrag dazu. Jährlich wechselnde Wetterkapriolen machen der gesamten Agrarwirtschaft in Deutschland und auf der ganzen Welt zu schaffen. Einige unserer Deutschen Winzer nutzen das sich verändernde Klima jedoch um neue Rebsorten zu pflanzen, die wir sonst eher aus südlicheren Gefilden kennen. Eine spannende Entwicklung steht uns hier in den nächsten Jahren bevor.

Fotograf: Andreas Durst/ Ahrtal-Weinbau. Zur Verfügung gestellt vom Weingut Julia Bertram

Der Erhalt der Kulturlandschaft und Weinbautradition hat nunmal seinen Preis. Im Vergleich zum Flachland von z.B. Rheinhessen oder der Pfalz, wo große Vollernte-Maschinen zum Einsatz kommen, ist der Weinbau an Mittelrhein und Ahr aufgrund der Steil- und Steilstlagen oft nur schwierig, zeitaufwändig und in Handarbeit zu erledigen. Das bedeutet nicht automatisch, dass Steillagenwein teurer ist als aus dem Flachland. In jedem Fall ist er schonender für die Umwelt und gut für die Qualität der Früchte, nicht zuletzt weil in diesen Regionen häufig auf den Einsatz von Pflanzenschutzmittel und Dünger teilweise oder ganz verzichtet werden kann. Am Ende jedoch muss der Preis immer auch die Qualität rechtfertigen!

So ist es sogar in unseren Augen zwingend notwendig das Verbraucher lernen zwischen Konsumware und Premiumwein zu unterscheiden. Nach Meinung unserer Winzer nimmt der Qualitätsanspruch an das Genussmittel Wein durch die Konsumenten zu. Filigran ausgearbeitete, charakterstarke Weine, die das Klima und Terrior einer Region wiederspiegeln, unterliegen einer gewissen Handwerkskunst, sowie einem höheren Risiko bei der Herstellung.

 

Steigende Preise im auch Supermarkt

Klimawandel, Ernteausfälle politische Unruhen und wirtschaftliche Gewinnmaximierung großer Handelskonzerne sorgen für Schwankungen auf dem Fassweinmarkt. Steigende Preise für Wein werden die Folge davon sein, auch im Supermarkt und Discounter.

Winzer, die selbst vermarkten oder über regionale Fachhändler vertreiben, sind davon jedoch weniger betroffen.

 

Fazit

Der Preiskampf am Weinmarkt wird so schnell nicht beseitigt werden können. Große, industrielle Weinproduzenten und kleine Winzer teilen nicht zwangsläufig dieselben Sorgen im Hinblick auf die Preisentwicklung von Wein. Natürliche und politische Veränderungen haben Auswirkung auf den Preis, den der Konsument am Ende zahlen wird.

Als Fachhändler arbeiten wir auf direktem Weg mit Winzern aus der Region zusammen und versuchen die Qualität der Produkte in den Vordergrund zu stellen! Schaffen wir es gemeinsam mit unseren Winzern den anspruchsvollen Kunden davon zu überzeugen, werden diese auch die Bereitschaft mitbringen Preisanpassungen zu akzeptieren.

Wir glauben daran, dass Nachhaltigkeit und Qualitätsbewusstsein beim Weinkonsum (und anderen Lebensmitteln) eine zunehmend wichtige Rolle im Konsumverhalten der Zukunft spielen wird.

Mit unserer Idee des regionalen Weinfachhandels unterstreichen wir zusätzlich die Vorzüge fairer, nachhaltiger Handelsbeziehungen zu unseren Winzern in der Region und damit verbundener kurzer Lieferwege. So leisten wir unseren persönlichen Beitrag zu einer nachhaltigen Preispolitik zwischen Produzent und Konsument.

 

Du möchtest unsere Idee unterstützen? Dann schau mal rein auf Rhein-Ahr-Wein.de

Wir freuen uns auf deinen Einkauf!


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